Beim Frühstücks-Blick auf den Central Park entsinne ich mich dieses Blogs und denke: der perfekte Ort, um endlich wiedermal zu posten. Jedoch keine NYC Serie sondern "Nashville" war/ist die aktuelle Droge der Wahl.
Endlich, endlich ist Connie Britton (siehe Eintrag "Serientrauerarbeit/Friday Night Lights") Star und nicht Co-Star (und Wife). Als Queen of Country schupft sie stets cool und kompetent den Laden, der aus 2 Kindern, Ex-Mann, Ex-Lover, new Lover und Manager besteht. Es ist einfach wunderbar, ihr zuzuschauen, wie sie bei sich bleibt, wenn die junge Schlagerstar-Hoffnung zur Konkurrenz wird. Frau Britton hat die Serie mitproduziert, was vielleicht der Grund dafür ist, dass ihre Figur Ryna James so un-ambivalent gut ist. Nervenaufreibend gut manchmal, und nur für eingefleischte CB Fans (ich) erträglich.
Byproduct (funny: eigentlich Hauptsache) der Nashville-Sucht: ein Country Afficionadamento. Die Serie fädelt in der ersten Episode die erste Country-Nummer dramaturgisch so geschickt ein, dass am Ende der Folge, wenn dann so richtig musikalisch losgelegt wird, so etwas wie eine Wunscherfüllung passiert: man wollte schon 40Minuten lang hören, worum das alles hier geht, womit das viele Geld gemacht und die harten Intrigen angezettelt werden, weshalb Lieben in die Brüche gehen und Leidenschaften entflammen. In Nashville.
Ach, und bevor ich es vergesse: dass dies eine all-whitey-serie ist, dem ami-nationalismus gefröhnt wird, ironiefrei die Army bewundert und Schwule ein echt hartes Leben haben ist irgendwie selbstredend. Schliesslich werden hier die Imagines des "Country" seriell erzählt.
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Samstag, 14. Juni 2014
Mittwoch, 2. März 2011
Big Love, Staffel 5, Folge 6 "D.I.V.O.R.C.E." (USA 2011, HBO)
Dass nun endlich - nach Albees Homosexualität - auch die Möglichkeit von lesbischen Identifikationen in Big Love thematisiert werden, ist ganz wunderbar: eine Frau, die einen Ruf Gottes als Priesthood Holder erlebt, sofort ins Fahrwasser schlimmer Anschuldigungen (lesbisch!) gerät, ist klar. Dass die selbst lesbische Mentorin wissenschaftliche Artikel darüber schreibt, welche Rolle lesbisches Begehren innerhalb der Plural-Marriages (polygamy ist ja so politisch unkorrekt...) einnimmt, ist schlichtweg grossartig. Solche Momente in Serien wie Big Love können unter Umständen mehr Spass machen, als eine ganze Staffel L-Word...
Sonntag, 27. Februar 2011
Big Love, Staffel 5, Folge 1+2 (USA 2011, HBO)
So, nun müssen sie also out in the open leben, die sündigen Polys. Interessant, wie aus der ex-negativo Perspektive die in den ersten vier Staffeln ausbuchstabierte "Epistemologie des Verstecks" (nach Kosovky-Sedgwick) konturiert wird: wer offen seine "Andersheit" lebt, hat natürlich auch mit offen geäußerten Ressentiments zu kämpfen (surprise!); diejenigen, die selbst in the closet leben, sind oft diejenigen, mit den grössten Phobien (internalisierte Polyphobie); schliesslich: die Grenzen der eigenen Existenz, die im Versteck durch die genau gezogene Grenze zur Öffentlichkeit gezogen wurde, muss neu verhandelt werden. Worin besteht nun diese Existenz und Identität, wenn nicht aus der Logik des Versteckens? Wer würde da nicht zu den angestammten Problembewältigungsstrategien greifen: Weinflasche (Barb), Gemeinheit (Niki the Snake), Verleugnung ("all-will-be-fine-Marge"). Big Love ist in vielerlei Hinsicht höchst interessant - die Art und Weise, wie Identitätspolitik verhandelt wird, ist jedoch für eine queere Perspektive mit Sicherheit die Spannendste - weil so wohl bekannte...
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