Dagegen hilft nur eins: Piloting. Zu Verkaufszwecken produziert funktioniert der Serienpilot - also die erste Folge einer Serie - ähnlich wie die Eröffnungssequenz eines Spielfilms. Dramaturgisch dicht erzählt, das Figurenarsenal ausbreitend, voller erzähltechnischer Plantings. Ein Pilot enthält die stilistische Grammatik einer Serie, was den visuellen Stil, aber auch den filmischen Stil im Allgemeinen betrifft: wie wird Musik verwendet, welchem Realismuseffekt huldigt die Serie (Kostüme, Ausstattung, Sprache), aus welcher Liga stammt der Cast, welche generischen Regeln der kulturellen Wahrhaftigkeit werden gelten? Feel good? Feel Bad? Haben wir als ZuschauerInnen Wissennsvorsprung gegenüber den Figuren? (Breaking Bad) Oder nimmt uns der Protagonist/die Protagonistin mit auf die Erkundungsreise? (Rubicon)
Komparatives Piloting wird ein Sichtungsverfahren genannt, bei dem mehrere Piloten in einer Sitzung vorgeführt und diskutiert werden. Sehr zu empfehlen! Denn wer will schon in eine Serie reinkippen, und bei der 4 Staffel draufkommen, dass die Serie eigentlich die Zeit gar nicht wert ist, die man schon investiert hat...
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