Dienstag, 29. März 2011

Lindenstrasse, Folge 3121, "Hajos Geheimnis"

Warum sind mir nur fast alle männlichen Figuren der Lindenstrasse so abgrundtief unsympatisch oder extrem gleichgültig?

Hier die Liste, von ganz schlimm bis gleichgültig:
Momo (diese Frisur ist verbrecherisch)
Hajo (der nervt)
Andi (zustandsgebunden)
Ludwig Dressler (angeber)
Hans Beimar (no comment)
Erich
Klaus
Carsten
Käthe
Vasily

Ausnahmen, irgendwie, sind: Orkan und Murat, Jimi (Mitleid!), Ernesto (Mitleid!), Adi (sehr lustig).

Ist die Serie radikalfeministisch, weil sie die Männerfiguren so negativ zeichnet? Oder kapier ich was nicht?

Breaking Bad, Staffel 2, Folge 4

Ich dachte ja irgendwie, die 2. Staffel ganz gesehen zu haben und hatte mit der dritten begonnen. Da hab ich aber wirklich vieles nicht geschnallt, also zurück an den Start... Richtig angefixt wurde ich allerdings dadurch, dass mir meine Freundin begeistert den Beginn der zweiten Staffel erzählt hat, und analysiert hat, und die ganze Philosophie letztlich auseinandergesetzt hat. Und wirklich, wie hier die Grenzziehung zwischen Gut und Böse verwischt wird, worin nun wirklich der Unterschied zwischen dem bösen Taco und dem verzweifelten, intelligenten Chemieexperten Walt besteht, das ist schon vom feinsten. Die Handlungen unterscheiden die beiden nämlich kaum, sondern nur das schlechte Gewissen, dass der eine dabei hat und der andere eben nicht.

Sonntag, 13. März 2011

Im Angesicht des Verbrechens (D 2010), Episode 1-3

Hab beim Schauen viel über deutschen Realismus versus amerikanischen Realismus nachgedacht. Mir scheint, als ob die amerikanische Quality-Serie an sich (haha) mehr Möglichkeiten schaffen und nützen würde, gesellschaftspolitische Diskurse in die Erzählung einzubinden. Die Darstellung der Mafia-durchdrungenen deutschen Polizei böte ja wahrlich zahllose Gelegenheiten, Themen wie Chancengleichheit, ungeoutete schwule Polizisten, radikale oder zumindest untraditionelle Männer-Frauen-Verhältnisse usw. auszuschlachten. Wir sehen maximal eine frisch Geschiedene, die zur Feier des Tages einen flotten Dreier mit den zwei feschen Kollegen absolviert und das Klischee vom korrupten, untreuen Polizistenehemann... Der Polizeijüngling russischer Abstammung, der an der Scheide zwischen Gut und Böse steht, ist gefühlsmässig auch schon 100 Mal im Tatort-Fernsehen zu sehen gewesen. Andererseits tuts mal wieder gut nach der vielen puritanischen-US-Prüderie knackige nackte Männerhintern unter der Dusche zu sehen.....

Donnerstag, 3. März 2011

Neue Serienkonstante: der schwule Teenager

Vielleicht seit den Waltons (damals allerdings in the closet) ist die Figur des schwulen Teenagers (v.a. männlich) eine beliebte Konstante in Fernsehserien. Letzte Einträge in Glee und United States of Tara. Glee featured den Modedesign-besessenen, ziemlich selbtsbewussten und bald auch beim Vater geouteten Kurt Hummel (!) in einer ziemlich klischierten Repräsentation: bitchy, stilsicher, "one of the girls".

Interessanter ist da schon Marschall aus United States of Tara. Zwar auch klischiert (der intellektuelle, feingliedrige G.W. Pabst-Fan), hat er aber vor allem die dramaturgische Funktion, die Offenheit der Familie rauszustellen, und das gelingt fabelhaft. Mama, Papa und Schwester fiebern mit ihm mit, ob den sein Angebeter auch "in the market" ist. Hervorragend!
Ganz fantastisch bei der einen wie bei der anderen Figur: die Körperbeherrschung der Schauspieler. Teenage-Schlaksigkeit at its best.

Mittwoch, 2. März 2011

Curb Your Enthusiasm

Die amerikanische Obsession mit "Kharma" ist schon interessant: auch in Curb your Enthusiasm spielt sie eine grosse Rolle. Das Muster ist - zumindest in der ersten Staffel - immer das selbe: Personen, die am Anfang der Folge von Jeffrey schlecht behandelt werden, weil er sie für unerheblich befindet, bekommen gegen Ende der Folge die Möglichkeit der Rache. Die dramaturgische Form des Schicksalschlags hat sehr viel mit dem Prinzip des "Liebe-auf-den-ersten-Blick" der Liebeskomödie und des Melodramas zu tun. Der Zufall als Mutter aller Fiktion in Hollywood.

Big Love, Staffel 5, Folge 6 "D.I.V.O.R.C.E." (USA 2011, HBO)

Dass nun endlich - nach Albees Homosexualität - auch die Möglichkeit von lesbischen Identifikationen in Big Love thematisiert werden, ist ganz wunderbar: eine Frau, die einen Ruf Gottes als Priesthood Holder erlebt, sofort ins Fahrwasser schlimmer Anschuldigungen (lesbisch!) gerät, ist klar. Dass die selbst lesbische Mentorin wissenschaftliche Artikel darüber schreibt, welche Rolle lesbisches Begehren innerhalb der Plural-Marriages (polygamy ist ja so politisch unkorrekt...) einnimmt, ist schlichtweg grossartig. Solche Momente in Serien wie Big Love können unter Umständen mehr Spass machen, als eine ganze Staffel L-Word...