Es gibt viele Gründe für Revisionierungen von Serien. Vieles schaut man ja ohne es im Moment der Erstausstrahlung richtig zu begreifen - weil man zu jung ist, weil man den Inhalt der Serie noch nicht richtig schätzen kann, weil man den Plot verschlingt ohne richtig delektieren zu können - und da hilft eine Neubetrachtung. Natürlich gibt es auch die Revisionierung aus romantischen Gründen, man schaut Dallas um sich in die Zeit der Schulterpolster zu versetzen. Und man revisioniert, um Schauspieler_innen, die einem beim erstmaligen Schauen eigentlich entgangen sind, in der Retrospektive zu betrachten, einige Posts dieses Blogs haben sich dem Phänomen schon gewidmet.
The West Wing (Aaron Sorkin) also, alle denken an Sam/Rob Lowe und an den Präsidenten/Jed Bartlett/Martin Sheen und eventuell noch an die ganz und gar wunderbare Pressesprecherin C.J./Allison Jenney. Aber wieder anschauen muss man sich diese gefühlten hunderttausend Folgen wegen jenen (nur 25!) Episoden, in denen des Präsidenten Tochter Zoey auftritt, gespielt von Mad Men "Peggy Olsen" Elisabeth Moss. Erst wenn man dieses Mischung aus good girl und idealistische Kämpferin, aus "armes reiches Mädchen" und "i am so priviledged Gutmenschin, aus naive Kindfrau und sexy Lolita gesehen hat, wird man die Figur der Peggy Olsen in Mad Men erst so richtig fassen können. Fast könnte Zoey zu Peggy geworden sein: Der Präsident wird gestürzt, seine Tochter entzweit sich mit ihm, nimmt einen anderen Namen an, zieht nach New York, verliebt sich in den Falschen, wird schwanger, muss das Kind in Pflege geben und einen Job als Sekretärin in einer Werbeagentur auf der Madison Ave annehmen. Ein kleiner Time Wrap aus ca 30 Jahren genügt.
Also: ran an die Geräte, und West Wing revisionieren.
Freitag, 17. Oktober 2014
Samstag, 14. Juni 2014
NYC - Nashville
Beim Frühstücks-Blick auf den Central Park entsinne ich mich dieses Blogs und denke: der perfekte Ort, um endlich wiedermal zu posten. Jedoch keine NYC Serie sondern "Nashville" war/ist die aktuelle Droge der Wahl.
Endlich, endlich ist Connie Britton (siehe Eintrag "Serientrauerarbeit/Friday Night Lights") Star und nicht Co-Star (und Wife). Als Queen of Country schupft sie stets cool und kompetent den Laden, der aus 2 Kindern, Ex-Mann, Ex-Lover, new Lover und Manager besteht. Es ist einfach wunderbar, ihr zuzuschauen, wie sie bei sich bleibt, wenn die junge Schlagerstar-Hoffnung zur Konkurrenz wird. Frau Britton hat die Serie mitproduziert, was vielleicht der Grund dafür ist, dass ihre Figur Ryna James so un-ambivalent gut ist. Nervenaufreibend gut manchmal, und nur für eingefleischte CB Fans (ich) erträglich.
Byproduct (funny: eigentlich Hauptsache) der Nashville-Sucht: ein Country Afficionadamento. Die Serie fädelt in der ersten Episode die erste Country-Nummer dramaturgisch so geschickt ein, dass am Ende der Folge, wenn dann so richtig musikalisch losgelegt wird, so etwas wie eine Wunscherfüllung passiert: man wollte schon 40Minuten lang hören, worum das alles hier geht, womit das viele Geld gemacht und die harten Intrigen angezettelt werden, weshalb Lieben in die Brüche gehen und Leidenschaften entflammen. In Nashville.
Ach, und bevor ich es vergesse: dass dies eine all-whitey-serie ist, dem ami-nationalismus gefröhnt wird, ironiefrei die Army bewundert und Schwule ein echt hartes Leben haben ist irgendwie selbstredend. Schliesslich werden hier die Imagines des "Country" seriell erzählt.
Endlich, endlich ist Connie Britton (siehe Eintrag "Serientrauerarbeit/Friday Night Lights") Star und nicht Co-Star (und Wife). Als Queen of Country schupft sie stets cool und kompetent den Laden, der aus 2 Kindern, Ex-Mann, Ex-Lover, new Lover und Manager besteht. Es ist einfach wunderbar, ihr zuzuschauen, wie sie bei sich bleibt, wenn die junge Schlagerstar-Hoffnung zur Konkurrenz wird. Frau Britton hat die Serie mitproduziert, was vielleicht der Grund dafür ist, dass ihre Figur Ryna James so un-ambivalent gut ist. Nervenaufreibend gut manchmal, und nur für eingefleischte CB Fans (ich) erträglich.
Byproduct (funny: eigentlich Hauptsache) der Nashville-Sucht: ein Country Afficionadamento. Die Serie fädelt in der ersten Episode die erste Country-Nummer dramaturgisch so geschickt ein, dass am Ende der Folge, wenn dann so richtig musikalisch losgelegt wird, so etwas wie eine Wunscherfüllung passiert: man wollte schon 40Minuten lang hören, worum das alles hier geht, womit das viele Geld gemacht und die harten Intrigen angezettelt werden, weshalb Lieben in die Brüche gehen und Leidenschaften entflammen. In Nashville.
Ach, und bevor ich es vergesse: dass dies eine all-whitey-serie ist, dem ami-nationalismus gefröhnt wird, ironiefrei die Army bewundert und Schwule ein echt hartes Leben haben ist irgendwie selbstredend. Schliesslich werden hier die Imagines des "Country" seriell erzählt.
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